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Hochverfügbarkeit bei Unified Messaging

Mehrrechnerkonzepte und Monitoring (Teil 2)


Für ein Hochverfügbarkeitskonzept spielt bei einem Unified Messaging System sowohl der Nachrichtenspeicher als auch der Nachrichtentransport eine wesentliche Rolle. Unified Messaging Lösungen, die einen eigenen Nachrichtenspeicher verwenden, müssen auch separat vom Messaging Server abgesichert werden. Bei einer echten Single Store Lösung, bei der die Unified Messaging Nachrichten beispielsweise direkt im Microsoft Exchange Server abgelegt werden, greifen dagegen die Hochverfügbarkeitsmechanismen für den E-Mail Speicher automatisch auch für die Unified Messaging Nachrichten. Unabhängig vom Speicherort müssen die entsprechenden Nachrichten aber im Falle eines Ausfalls möglichst schnell wieder verfügbar sein, sowohl in eingehender als auch in ausgehender Richtung. Proprietäre Konzepte wie zum Beispiel der Nachrichtentransport über MAPI bieten bei einem Ausfall nur eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten, aktuell in Queues vorhandene Nachrichten können aus der Verarbeitung herausfallen. Erfolgt der Nachrichtentransport beispielsweise über SMTP – also gängiger Internettechnologie, können Verfahren wie „Round-Robin“, mittels im DNS eingerichteter MX Records gleicher Priorität, implementiert werden. Fällt ein UM-System aus, gibt der Messaging-Server vollautomatisch die anstehenden Jobs an die noch arbeitenden UM-Server weiter. Weitere gängige und bewährte Methoden sind die Vergabe mehrerer A-Records im DNS oder Load Balancing Systeme. Dabei ist speziell im Zusammenhang mit Unified Messaging-Lösungen wichtig, dass nicht nur der ausgehende, sondern auch der eingehende Traffic durch Redundanz hochverfügbar bereitgestellt wird. Hier kommen sogenannte Bündel, das heißt eine Gruppe von Kanälen, zum Beispiel realisiert durch mehrere ISDN S2M oder S0-Anschlüsse, zum Einsatz. Je nach Implementierung kann die Verteilung des ankommenden Verkehrs auf die verschiedenen Kanäle des Bündels linear oder zyklisch erfolgen.

 

Mittels Monitoring-Tool können die Unified Messaging-Funktionen ständig überwacht werden. Zusätzlich kann der Administrator, z.B. per E-Mail, automatisch über einen Ausnahmezustand informiert werden

MTTR – je niedriger desto

Neben der Erhöhung der MTBF trägt auch eine möglichst geringe MTTR zu einer hohen Gesamtverfügbarkeit bei. Ähnlich wie bei der MTBF muss auch hier zwischen Hard- und Software-Komponenten eines Unified Messaging-Systems unterschieden werden. So kommen im Hardwarebereich so genannte „Hot Plug“-Komponenten, zum Beispiel RAID-Systeme mit Hotplug-fähigen Festplatten, zum Einsatz. Eine geringe MTTR bei den Softwarekomponenten kann durch Monitoring-Systeme erreicht werden. Unified Messaging-Hersteller sind daher gefordert, spezielle Monitoring-Tools anzubieten, die es dem Administrator ermöglichen, Prozesse, Dienste und Queues der Unified Messaging-Lösung ständig zu überwachen. Probleme können so rasch erkannt und die MTTR reduziert werden. Das Monitoring kann dabei lokal auf jedem Rechner oder remote von einem zentralen Standort aus erfolgen. Im Einzelnen erfüllt das Monitoring-Tool dabei folgende Aufgaben: Zum einen die sofortige Benachrichtigung des Administrators durch E-Mail, Netzwerknachricht oder via SMS. Im Idealfall wird so an der Behebung eines Problems bereits gearbeitet, bevor die ersten Anrufe der Anwender die Hotline erreichen. Zum anderen die Durchführung festgelegter Standardmaßnahmen wie beispielsweise einen Dienste-Neustart. Eine Fehlerbehebung kann hier – ohne den Eingriff des Administrators – selbstständig erfolgen. Für große Unternehmen, die über ein hohes Nachrichtenaufkommen verfügen, stellt das Monitoring von Unified Messaging-Lösungen eine sinnvolle Ergänzung zu den oben geschriebenen Redundanz-Konzepten dar. Für kleine Unternehmen, die aus Kostengründen kein parallel laufendes Unified Messaging-System implementieren wollen, stellen sie eine kostengünstige Variante dar. Durch den automatischen Dienste-Neustart sowie der sofortigen Benachrichtigung des Administrators kann auch hier die Downtime des Unified Messaging Systems verringert und so eine höhere Verfügbarkeit erreicht werden.

Fazit

Hochverfügbarkeit ist nicht nur ein Thema für die grundsätzlichen Geschäftsabläufe eines Unternehmens. Gerade weil Unified Messaging in den Unternehmen in den letzten Jahren große Bedeutung gewonnen hat, ist der Schutz vor Ausfällen und damit Störungen beim Nachrichtenaustausch ein wichtiges Thema. Da jedes Unternehmen eigene Anforderungen und Maßvorgaben an die Verfügbarkeit der eigenen Systeme stellt, sollten sich Unified Messaging Lösungen in diese Strategie problemlos eingliedern lassen. Bewährt haben sich hierbei Unified Messaging Lösungen, die sich aufgrund hoher Integration in das zentrale Messaging System und Orientierung an Standards wie SMTP problemlos in die gesamte Unternehmensarchitektur und damit auch in das Hochverfügbarkeits-Konzept eines Unternehmens eingliedern lassen. Parallel dynamisch arbeitende Systeme sind hier eine effektive Variante, ein gut funktionierendes Monitoring rundet durch konsequente Überwachung des Systems und die Möglichkeit zum raschen Eingreifen die Strategie ab.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: September 2006


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